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Datenwerk Lemkau, München Messestadt Riem




Bauherr:
Ralf und Ulrike Lemkau GbR

Architekten:
Florian Nagler Architekten

Fertigstellung:
Juli 2003

Fotos:
Ralf Lemkau
Florian Nagler
Wolfgang Dieminger

Standort/Nutzung
Für ein junges, dynamisches Unternehmen war im neu entstehenden Gewerbegebiet der Messestadt Riem ein Repro- und Datenhaus (das Datenwerk ) zu entwerfen. Das realisierte Gebäude fügt sich, entsprechend der Vorgaben im Bebauungsplan, selbstverständlich in den städtischen Kontext ein. Weil es jedoch, um den angrenzenden Platz zu fassen, etwas in den Straßenraum "hineingeschoben" wurde, kommt der Erschließung vom öffentlichen Bereich her eine besondere Bedeutung zu.

Objekt
Da das eigentliche Baugrundstück relativ klein ist, stellte die Anordnung der Zufahrt zur Tiefgarage eine besondere Schwierigkeit dar. Der Eingangsbereich des Datenwerks liegt im 1. Obergeschoss, da aus funktionalen und konstruktiven Gründen die Druckmaschine zwingend im Erdgeschoss vorzusehen war. Daher wurde die Decke der parallel zur Strasse liegenden Zufahrtsrampe der Tiefgarage als Zugang zum 1. Obergeschoss genutzt.

Das Gebäude ist klar und übersichtlich organisiert und strukturiert. Zwei symmetrisch angeordnete Kerne, die Erschließung und die Nebenräume aufnehmen, steifen den Stahlbetonbau aus. Im Zentrum der jeweiligen Geschosse befinden sich die Druckmaschine, der Server- und Besprechungsbereich oder ein innen liegender Hof. Das Gebäude wird nach außen überwiegend von den rau geschalten Sichtbetonflächen und dem das Haus umgebenden, mit wildem Wein begrünten Metallgespinst, in das wenige Öffnungen eingeschnitten sind, geprägt. Damit wurde einerseits die Forderungen des Bebauungsplans nach einer Begrünung geschlossener Wandflächen erfüllt und Nutzer und Passanten können einen Bezug zum Jahreslauf herstellen. Andererseits wurde die produktionstechnisch bedingte Auflage, so wenig wie möglich direktes Tageslicht im Haus zu haben, umgesetzt, ohne die Möglichkeit, die Umwelt wahrnehmen zu können, beschneiden zu müssen.
Im Inneren kommen überwiegend robuste Materialien wie Sichtbeton, Stahl, geschliffener Zementestrich, Filz etc. zum Einsatz. Diese Materialien sind durchgehend in Grautönen gehalten, um die Arbeit an den Bildern und Druckvorlagen hinsichtlich ihrer Farbigkeit so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Nur die Möbel und Türen sind in geöltem Holz (Eiche) ausgeführt. Farbe wird daher lediglich in den beiden Kernen eingesetzt, beispielsweise in Form eines dreigeschossigen, vom Künstler Peter Lang gestalteten freihängenden Wandbilds im Treppenhaus.

Quelle: sueddeutsche.de